Schlechtes Zeugnis für die Ökonomische Bildung in Deutschland

Index Ökonomische Bildung in Deutschland (OeBiX)

Der wigy e. V. setzt sich seit über 25 Jahren für die Verankerung der ökonomischen Bildung in Deutschland ein. Eine neue Studie des IÖB zeigt, dass die Etablierung ökonomischer Inhalte im allgemeinbildenden Schulwesen und in der Lehrkräftebildung unzureichend ist und somit weiterhin eine wichtige Aufgabe bleibt.

 

Kein Bundesland erfüllt die Anforderungen eines normalen Nebenfaches „Wirtschaft“.

Das Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg (IÖB) hat im Auftrag der Flossbach von Storch Stiftung im Rahmen der OeBiX-Studie zum ersten Mal den Stand der ökonomischen Bildung in den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und in der Lehrkräftebildung erhoben. Die Daten sind in einen neu entwickelten Index zur ökonomischen Bildung (OeBiX) eingegangen.

Der OeBiX gibt Aufschluss über die Verankerung der Ökonomischen Bildung an allgemeinbildenden weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I und II und an Hochschulen in Deutschland. Untergliedert ist der Gesamtindex in die Dimensionen „Teilindex Schule“ und in die „Teilindex Lehrkräftebildung“. Anhand verschiedener Variablen werden in der ersten Dimension Unterrichtsanteile ökonomischer Lehrinhalte im gymnasialen als auch nicht-gymnasialen Bereich gemessen. Die zweite Dimension umfasst den Stand der universitären Lehrkräfteausbildung in der Ökonomischen Bildung.

Verankerung der ökonomischen Bildung nicht ausreichend

Die Studie belegt u. a. an einer der eingängigsten Messgrößen, den Unterrichtsstunden, dass die ökonomische Bildung im deutschen allgemeinbildenden Schulwesen nicht ausreichend verankert ist. Geht man bei einem Pflichtfach in der Sekundarstufe I von sechs Kontingentstunden aus (z. B. drei Schuljahre, in denen Schülerinnen und Schüler jeweils zwei Wochenstunden Wirtschaftsunterricht erhalten), dann verfehlen alle Bundesländer sowohl am Gymnasium als auch an nicht-gymnasialen Schulformen das Ziel – zum Teil sehr deutlich.

Bei der Wirtschaftslehrkräftebildung zeigt sich ein ähnliches Bild. Vor allem hinsichtlich der Verankerung wirtschaftswissenschaftlicher und wirtschaftsdidaktischer Inhalte in den Studiengängen, aber auch hinsichtlich der Ausstattung mit wirtschaftsdidaktischen Professuren gibt es in Teilen großen Optimierungsbedarf. Elf von 16 Bundesländern schneiden bei der universitären Ausbildung der Wirtschaftslehrkräfte schlechter ab als im Teilindex Schule.

Am besten schneiden bei der Ökonomischen Bildung in der OeBiX-Studie Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern ab, am schlechtesten Rheinland-Pfalz, Sachsen und das Saarland (siehe interaktive Grafik unter www.oebix-studie.de).

 

Alle Ergebnisse der OeBiX-Studie finden Sie hier: www.oebix-studie.de

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