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Berufsorientierung und Studienwahl

Der Unterricht an allgemein bildenden Schulen soll unsere Schülerinnen und Schüler auf das Leben und somit auch auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten. Eine wichtige Aufgabe bildet hierbei die schulische Berufsorientierung. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei unterstützt werden, einen ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechenden Erstberuf zu finden. Doch der Übergang von der Schule in das Erwerbsleben ist für viele Schüler mit wesentlichen Problemen verbunden. Von den Unternehmen wird die mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen kritisiert und die Jugendlichen selbst fühlen sich mit der Berufswahl und der Bewerbung überfordert, so dass der direkte Übergang von der Schule in einen Ausbildungsberuf immer weniger Jugendlichen gelingt. Auch die Studienabbrecherzahlen zeigen, dass viele Abiturientinnen und Abiturienten Unterstützung im Berufsorientierungsprozess benötigen.

Studie: Wo Deutschland in Sachen Berufsorientierung steht

In allen Bundesländern gibt es umfangreiche Reformen zur Berufsorientierung in der Sekundarstufe I – ein Hinweis darauf, dass die Berufsorientierung als ein relevanter Bildungsauftrag der Schulen anerkannt ist.  In den Gymnasien wird die Berufsorientierung seltener reformiert und die Reformen fallen geringer aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine  Studie des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Reformen zur Berufsorientierung auf Bundes- und Landesebene im Zeitraum 2004-2015“.

Eine vergleichende Darstellung der Berufsorientierung in den Bundesländern zeigt auf, dass kaum eine gemeinsame Linie zwischen den Ländern zu erkennen ist. Dies betrifft z.B. den Umfang und die Ausgestaltung der Praxiskontakte, die Definition eines Ankerfaches oder die Durchführung von Potenzialanalysen. Aus den Ergebnissen werden zehn Thesen abgeleitet mit dem Ziel, die Effektivität der eingesetzten Mittel zum Wohl der Schülerinnen und Schüler zu steigern. In These 1 wird z. B. dafür plädiert, die Einheitlichkeit zwischen den Bundesländern zu stärken. Denn die kulturföderale Heterogenität bringt das Problem mit sich, dass bundesweite Programme nicht passgenau in schulische Berufsorientierungskonzepte eingebunden werden können. Weitere Thesen beziehen sich auf die  Verankerung der Berufsorientierung im Unterricht und in der Schulorganisation, die Vernetzung der Akteure, die Schaffung langfristiger und damit für die schulischen Berufsorientierungskonzepte berechenbarer Förderstrukturen. Eine besondere Bedeutung wird außerdem der Qualifikation der Lehrkräfte, aber auch der anderen Akteure im Feld zugemessen. Die Studie wurde von Prof. Dr. Rudolf Schröder, Inhaber der Professur für Ökonomische Bildung mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg durchgeführt. Schröder leitet im An-Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) die Abteilung Berufsorientierung. Mitgewirkt haben weiterhin Rebecca Stabbert, Beate Faulborn, Insa Gerjets, Jonas Grüner und Jonas Witthoeft.

Das vollständige Dokument steht nachfolgend zum Download bereit.